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06. Januar 2016 Pastorale Irrtümer: C+M+B bedeutete ursprünglich Christus Mansionem Benedicat
Einer weitverbreiteten Pastorallegende zufolge wurde der alte christliche Haussegen Christus mansionem bendicat („Christus segne dieses Haus“) vom Volksglauben für die Anfangsbuchstaben der Heiligen Drei Könige gehalten und man habe daher die drei Weisen Casper, Melchior und Balthasar genannt.
Tatsächlich ist es genau umgekehrt. Während der neutestamentliche Text sich über Namen und Zahl der als „Sterndeuter“ übersetzten magoi ausschweigt, hatte sich im 9. Jahrhundert die Benennung Kaspar, Melchior und Balthasar allgemein durchgesetzt. Als Segens- und Bannspruch schrieb man später „die Anfangsbuchstaben der Drei Könige“ über den Türbalken, wie Anton Dörrer noch 1959 im Lexikon für Theologie und Kirche festhielt. Erst in den fünfziger Jahren begann man, den Spruch pastoral in „Christus mansionem benedicat“ umzudeuten. In Regionen, in denen die Schreibweise K+M+B üblich war, interpretierte man den ersten Buchstaben als Abkürzung für kyrios („Herr“).
Literatur
Urban Schwegler, Die Heiligen Drei Könige und das Segenszeichen C-M-B, missio Schweiz 2012
Anton Dörrer, Art. Drei Könige III. Überlieferung und Legende, in: Lexikon für Theologie und Kirche 3, Freiburg 21959, 567f.
Anton Dörrer, Art. Drei Könige VI. Volksglaube, in: Lexikon für Theologie und Kirche 3, Freiburg 21959, 568f.
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